Auf einen Blick
- Wächst gutMädesüß (Filipendula ulmaria), Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Engelwurz (Angelica archangelica) und Prachtspiere (Astilbe chinensis "Purpurlanze")
- Besser nichtLavandula (Lavendel), Rosmarinus officinalis, Cistus (Zistrose) und Sedum-Bodendecker (Fetthenne)
- MerkmalepH-Wert 6,5 – 7,5 (neutral bis leicht basisch) · Wasserspeicher hoch bis sehr hoch · Nährstoffe sehr gut
- WoRheinaue (Niederrhein, Oberrhein), Elbaue (Sachsen-Anhalt, Niedersachsen), Donauauen (Bayern), Weseraue, Emsaue und die Mündungsbereiche der großen Flüsse
- PflegeDrainage bei Neuanlage: Bei extremen Staunässe-Bereichen (das Wasser steht nach Regen mehr als 24 Stunden lang) müssen Sie 40 cm ausheben und eine 15 cm dicke Drainageschicht aus grobem Kies einbauen.
Welcher Boden liegt wirklich unter Ihrem Garten? Prüfen Sie es für Ihre Adresse.
Pflanzen, die auf Auenboden gedeihen
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Auenböden sind je nach Flussabschnitt lehmig bis tonig. Weitere passende Pflanzen, jeweils mit Begründung, finden Sie auf den Seiten Lehmboden und Tonboden.
Welche Pflanzen wachsen am besten auf Auenboden?
| Pflanze | Warum sie hier gut wächst |
|---|---|
| Mädesüß Filipendula ulmaria | Natürliche Auenpflanze, cremeweiße Blütenschleier im Juni/Juli. |
| Sumpf-Schwertlilie Iris pseudacorus | Verträgt zeitweise Überflutung, gelbe Blüte Mai/Juni. |
| Engelwurz Angelica archangelica | Architekturpflanze, zwei Meter hoch, liebt feuchte Standorte. |
| Prachtspiere Astilbe chinensis "Purpurlanze" | Federleichte Blütenkerzen, tolerante feuchtigkeitsliebende Staude. |
| Trollblume Trollius europaeus | Leuchtend gelbe Kugeln im Mai, klassische Feuchtwiesenpflanze. |
Die übrigen 5 Pflanzen anzeigen
| Pflanze | Warum sie hier gut wächst |
|---|---|
| Blutweiderich Lythrum salicaria | Hohe purpurrote Kerzen Juli bis September, extrem robust. |
| Kerzenknöterich Persicaria amplexicaulis | Dauerblüher Juli bis Oktober, verträgt Nässe hervorragend. |
| Großer Wiesenknopf Sanguisorba officinalis | Dunkelrote Kolben, filigraner Habitus. |
| Sonnenhut Rudbeckia fulgida | Leuchtend gelbe Spätblüher, verträgt Feuchte und Sonne. |
| Wasserdost Eupatorium maculatum | Zwei Meter hoch, Insektenmagnet, Auen-Klassiker. |
Was ist Auenboden?
Auenboden, geologisch als Vega, Auengley oder Auenpararendzina klassifiziert, ist ein junger, feuchter Sedimentboden, der entlang der großen deutschen Flüsse zu finden ist. Er entsteht durch periodische Überflutungen und ist bis heute in diesem Prozess begriffen. Bei Hochwasser trägt der Fluss feines mineralisches Material vom Oberlauf herunter und lagert es bei zurückweichendem Wasser in der Flussaue ab.
Das Ergebnis ist ein außergewöhnlich nährstoffreicher Boden, der reich an Ton, Schluff und organischem Material ist und in Regionen mit basischem Untergrund (Rheinaue, Donauauen) eine natürliche Kalkzufuhr aufweist. Für den Gartenbesitzer ist Auenboden ein Geschenk und eine Herausforderung zugleich: Einerseits ist die Fruchtbarkeit außergewöhnlich, andererseits schränken der hohe Grundwasserstand (typischerweise 40–100 cm unter der Oberfläche) und die Neigung zu Staunässe die Pflanzenwahl deutlich ein. Wer auf Auenboden einen mediterranen Garten anlegen möchte, kämpft gegen die Natur.
Wer dagegen mit dem Boden arbeitet – mit Feuchtwiesen-Stauden, Uferstauden und robusten Gehölzen –, wird mit einer üppigen und pflegeleichten Bepflanzung belohnt. Die Vegetation eines gut angelegten Auengartens hat etwas Wildes, Ursprüngliches, das an das Piet-Oudolf-Prinzip erinnert.
Eigenschaften — Vorteile und Nachteile
Auenboden zeichnet sich durch eine außergewöhnlich hohe Wasserspeicherkapazität aus: In der obersten 30-cm-Schicht können 60–90 Liter pro Quadratmeter gespeichert werden. Das ist doppelt so viel wie bei Lehm und drei- bis viermal so viel wie bei Sand. Für die Gartenpraxis bedeutet das: Selbst bei mehrwöchiger Trockenheit ist in normalen Sommern keine Zusatzbewässerung nötig.
Der pH-Wert liegt in Kalkgebieten (Rheinaue, Donauauen) bei 7,0–7,5 und in silikatischen Auen (Elbaue im Oberlauf) bei 6,5–7,0. Die Kationenaustauschkapazität ist in beiden Fällen sehr hoch, sodass Nährstoffe gut gespeichert werden und den Pflanzen langfristig zur Verfügung stehen. Kompostgaben sind auf Auenböden selten notwendig, außer in intensiv genutzten Gemüsebeeten.
Das Hauptproblem sind der hohe Grundwasserspiegel und die schlechte Drainage, die den Boden im Frühjahr wochenlang kalt und nass halten. Frostgefährdete Pflanzen leiden und bei Mediterranen und Sukkulenten ist Wurzelfäule fast garantiert.
Verbreitung in Deutschland: Rheinaue (Niederrhein, Oberrhein), Elbaue (Sachsen-Anhalt, Niedersachsen), Donauauen (Bayern), Weseraue, Emsaue und die Mündungsbereiche der großen Flüsse.
Wie erkenne ich Auenboden in meinem Garten?
Die Fingerprobe und Ihre regionale Lage sind schon starke Hinweise. Für hundertprozentige Sicherheit tragen Sie in der kostenlosen Bodenanalyse einfach Ihre Adresse ein. Wir lesen die amtliche BGR-Bodenkarte (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe) automatisch aus — dieselben Daten, die Landwirte und Landschaftsplaner verwenden. Kein Raten, kein eigenhändiges Nachschlagen.
Liegt Ihr Garten auf Auenboden?
Auf Auenboden ist das Mädesüß zu Hause und die Sumpf-Schwertlilie verträgt sogar zeitweise Überflutung, aber Lavendel bekommt dort im Winter Wurzelfäule. Welche Liste für Ihren Garten gilt, hängt also davon ab, was wirklich darunter liegt.
Quelle: die Pflanzenlisten auf dieser Seite.
Der Bodencheck ermittelt die Bodenart Ihrer Adresse aus der amtlichen BGR-Bodenkarte: Postleitzahl und Hausnummer genügen.
Kostenlosen Bodencheck starten →Pflanzen, die auf Auenboden gedeihen
Die folgenden Stauden, Sträucher und Gräser haben sich in deutschen Gärten auf auenboden als besonders erfolgreich erwiesen. Klicken Sie auf einen Namen für die vollständige Pflegeanleitung.
Stauden
- Filipendula (Mädesüß) — natürliche Auenpflanze, cremeweiße Blütenschleier im Juni/Juli.
- Astilbe (Prachtspiere) — federleichte Blütenkerzen, tolerante feuchtigkeitsliebende Staude.
- Trollius (Trollblume) — leuchtend gelbe Kugeln im Mai, klassische Feuchtwiesenpflanze.
- Lythrum (Blutweiderich) — hohe purpurrote Kerzen Juli–September, extrem robust.
- Persicaria (Kerzenknöterich Firetail) — Kerzenknöterich — Dauerblüher Juli–Oktober, verträgt Nässe hervorragend.
- Sanguisorba (Wiesenknopf) — Großer Wiesenknopf — dunkelrote Kolben, filigraner Habitus.
- Rudbeckia (Gewöhnlicher Sonnenhut 'Goldsturm') — Sonnenhut — leuchtend gelbe Spätblüher, verträgt Feuchte und Sonne.
- Eupatorium (Wasserdost) — zwei Meter hoch, Insektenmagnet, Auen-Klassiker.
Empfohlene Pflanzen
Pflanzen, die Sie auf Auenboden vermeiden sollten
Diese Pflanzen sind in deutschen Gärten beliebt, bringen auf auenboden aber Schwierigkeiten. Verzichten Sie darauf — oder rechnen Sie mit aufwendiger Bodenvorbereitung.
Wie halte ich Auenboden in guter Struktur?
Drainage bei Neuanlage: Bei extremen Staunässe-Bereichen (das Wasser steht nach Regen mehr als 24 Stunden lang) müssen Sie 40 cm ausheben und eine 15 cm dicke Drainageschicht aus grobem Kies einbauen. Anschließend geben Sie die obere Schicht, die Sie mit 20 % Sand vermischt haben, zurück.
Diese Maßnahme hebt die Wurzelzone spürbar an. Hochbeete für sensible Pflanzen: Wer trotz Lehmboden mediterrane Kräuter oder Lavendel anbauen möchte, sollte ein 40 cm hohes Hochbeet mit sandig-mineralischem Substrat anlegen.
Das trennt die Wurzelzone vom feuchten Untergrund. Kein zusätzlicher Kompost: Im Gegensatz zu Sand- oder Lehmböden ist eine Kompostgabe auf Auenböden meist überflüssig, da der Boden bereits nährstoffreich genug ist.
Zu viele Nährstoffe führen zu üppigem, aber standfestem Wuchs, der bei Wind umknickt. Mulch mit Bedacht: Eine dünne Mulchschicht (2–3 cm) aus grobem Häcksel reicht aus.
Dicke Mulchschichten fördern in feuchten Perioden Schneckenbefall und halten die Wurzeln im Frühjahr zu kühl. Eine Frühjahrspflanzung sollte erst nach Mitte April erfolgen, da sich der Boden langsam erwärmt.
Eine zu frühe Pflanzung führt zu Wurzelstagnation und Ausfällen.
Städte mit Auenboden
Die folgenden deutschen Städte haben auenboden als vorherrschenden Bodentyp.