Unter jedem Garten liegt eine Geschichte
Die norddeutsche Geest zwischen Nordsee und Mittelgebirge ist sandig, wasserdurchlässig und sauer. Die Lössböden in der Umgebung von Magdeburg, Hildesheim und in der Kölner Bucht bestehen aus schwerem, sehr fruchtbarem Löss. Sie zählen zu den besten Ackerböden Deutschlands. Das Rheinische Lössband. Das Alpenvorland besteht aus Moränenlehm. Der Brandenburger Sand und die märkischen Toninseln sind weitere Beispiele. Deutschland hat einige der vielfältigsten Bodenregionen Europas. Was in Brandenburg auf reinem Sand wächst, ertrinkt in der Kölner Lössbörde. Jede Pflanze gedeiht am besten in einem bestimmten Boden.
Und doch wird diese Frage bei kaum einem Gartenplan gestellt. In Deutschland sitzt die gute Gartenberatung zwischen zwei Extremen fest: Einerseits gibt es den fachkundigen und persönlichen Landschaftsgärtner vor Ort, der jedoch teuer ist und über Wartelisten verfügt. Andererseits gibt es leicht zugängliche Online-Gartentipps und KI-Apps, die jedoch nicht wissen, was zu Ihrem konkreten Grundstück passt. Dazwischen gab es lange Zeit nichts.
Als ich vor Jahren als niederländischer Landschaftsgärtner arbeitete, sah ich immer dasselbe Muster: Die Menschen begannen, einen Garten anzulegen, kauften Pflanzen nach Gefühl und stellten zwei Jahre später fest, dass die Hälfte davon nicht zum Boden passte. Dann fingen sie wieder von vorne an. Ich dachte mir: Das muss doch klüger gehen! Wenn der Boden schon da ist, warum nicht mit diesen Daten anfangen?
Gartenzen ist genau das, was ich selbst gerne gefunden hätte: einen maßgeschneiderten Bepflanzungsplan, der auf offiziellen deutschen Bodendaten (BGR) und Klimadaten (DWD) basiert, aber ohne die Kosten und Wartezeit eines Landschaftsgärtners vor Ort. Es handelt sich nicht um eine KI, die Pflanzen aufgrund aktueller Trends empfiehlt, sondern um einen Plan, der von einem Fachmann auf Basis der Fakten zu Ihrem konkreten Grundstück erstellt wird.
Warum ein Niederländer über deutsche Böden?
Das liegt an drei Dingen, die die Niederlande zu bieten haben und die für den deutschen Garten relevant sind. Erstens hat die niederländische naturalistische Gartentradition mit Vertretern wie Piet Oudolf, Henk Gerritsen und Rob Leopold den Staudengarten weltweit geprägt und findet in Deutschland auf fruchtbaren Boden, wo Karl Foerster einst dieselbe Idee säte. Zweitens ist die niederländische Bodenkunde wegen der Landgewinnung und des dichten Bevölkerungsdrucks eine der differenziertesten Europas – hier hat jeder Quadratmeter einen Namen. Drittens sind die BGR-Bodenkarte und die DWD-Klimadaten unter Ihrem Grundstück offiziell und universell – man muss kein deutscher Landschaftsgärtner sein, um sie korrekt zu lesen. Ich bringe niederländisches Handwerk zu deutschen Daten.
„Ein schönes Beet im ersten Jahr ist einfach. Ein schönes Beet im dritten, fünften oder zehnten Jahr hingegen erfordert Fachwissen und den richtigen Boden für die Pflanzen.“
Hugo Verkerk