Naturgarten
Stilratgeber · Naturgarten

Gestalten Sie Naturgarten

Heimische Stauden, Bienenweide, ökologische Vielfalt – der nachhaltige Garten.

Was ist ein Naturgarten?

Der Naturgarten ist seit den 1980er Jahren eine wachsende Bewegung in Deutschland. Pioniere wie Hans Müller-Idzerda in den Niederlanden und der Naturgarten e. V. in Deutschland propagieren seit Jahrzehnten ein Gartenkonzept, das sich an der heimischen Flora orientiert: weniger Zuchtpflanzen, mehr Wildarten, weniger Pflege, mehr Ökosystem.

Angesichts des sich verschärfenden Klimawandels und des dokumentierten Insektensterbens (Krefelder Studie 2017: 75 % Insektenbiomasse-Verlust in 30 Jahren) erhält der Naturgarten eine neue Dringlichkeit. Ein Garten mit heimischen Stauden, einer Wildblumenwiese und Strukturen wie Totholz oder Steinhaufen kann bis zu zehnmal so viele Insektenarten beherbergen wie ein Standard-Zuchtgarten. Der Stil des Naturgartens wurde durch „Naturalistic Planting” von Piet Oudolf, James Hitchmough und Nigel Dunnett weiterentwickelt.

Anstelle wilder Unordnung entstehen heute kuratierte Wiesenbeete, die sowohl ökologisch wertvoll als auch ästhetisch durchdacht sind. Die berühmten Beete der High Line in New York, des Hermannshof in Weinheim oder des Trentham Estate in England sind Beispiele hierfür.

Die Grundprinzipien

Sechs Prinzipien machen einen Garten wirklich zu einem Naturgarten — nicht nur eine Anleihe, sondern ein durchdachtes Ganzes:

Pflanzen, die zu einem Naturgarten passen

Zehn typische Stauden, Gräser und Gehölze, die diesen Stil tragen. Klicken Sie auf jeden Namen für die vollständige Pflegeanleitung — Sorten, Bodenansprüche, Schnitt, Kombinationen und die häufigsten Fehler.

Stauden

Sonnenhut — Nektarquelle für Schmetterlinge, prärietypisch.
Wasserdost — Großstaude für späte Insekten, robust.
Wilde Schafgarbe — heimisch, Bienenmagnet.
Wiesenknopf — feuchte Wiesenstaude, sommerblühend.
Witwenblume — purpurrote Wiesenpunkte, langlebig.
Hohes Eisenkraut — luftig, lange Sommer- bis Herbstblüte, Bienenanziehung.
Heideastrige Aster — wolkige Herbstblüte für späte Insekten.
Wiesensalbei — heimische Wildart, frühsommerblühend.
Wilde Indianernessel — Bienen- und Hummelmagnet.
Wilder Lauch — heimisch, kompakt, frühherbstblühend.

Materialien und Struktur

Pflanzen sind nur die halbe Geschichte. Wege, Beetkanten, Hecken und Möbel bestimmen mindestens genauso stark, ob ein Garten seinen Stil überzeugend trägt. Für einem Naturgarten gelten folgende Regeln:

Wege: Naturstein in unregelmäßiger Form, Splittflächen, Grasweg-Trampelpfade. Vermeiden Sie versiegelte Beton-Flächen.

Beetbegrenzungen: Natursteine, Holz-Roundholz, unregelmäßige Baumstämme. Cortenstahl ist nicht im Naturgarten-Stil.

Strukturen: Totholz-Pyramiden, Steinhaufen für Eidechsen, Insektenhotel, Wasserstelle (kleines Becken oder Sumpf). Diese sind keine Deko sondern echte Lebensräume.

Möbel: Holz unbehandelt (Eiche, Robinie), Korbgeflecht. Natürliche Materialien dominieren.

Für wen passt ein Naturgarten?

Es funktioniert in allen deutschen Klimazonen. Besonders erfolgreich ist sie in den klimatisch milderen Lagen (Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg), wo längere Vegetationsperioden mehr Insekten-Generationen ermöglichen.

Klimaregionen in Deutschland

Deutschland umfasst sehr unterschiedliche Klimaregionen — vom milden Rheingraben und der Kölner Bucht (Winterhärtezone 8a) bis zu den rauen Mittelgebirgs- und Alpenrandlagen (Zone 6b–7a). Nordwestlich dominieren atlantische Einflüsse mit milden Wintern und feuchten Sommern, im Osten und Südosten wird das Klima kontinentaler mit trockeneren Sommern und strengeren Wintern.

Bei Gartenzen berücksichtigen wir Ihre konkrete Postleitzahl, die amtlichen BGR-Bodendaten und den Sonnenstand auf Ihrem Grundstück. So passen die Pflanzenempfehlungen nicht nur zum Stil, sondern auch zu Ihrem Standort.

Ein Bepflanzungsplan im Naturgarten-Stil

Ein Gartenstil funktioniert nur, wenn Grundprinzipien, Pflanzenauswahl und Materialien zusammenpassen — und wenn alles zum Boden, zur Sonne und zur Größe Ihres Beetes passt. Genau daran arbeiten wir bei Gartenzen: Sie erhalten einen persönlichen Bepflanzungsplan im Naturgarten-Stil, zusammengestellt von einem diplomierten Landschaftsgärtner.

Der Plan enthält eine Pflanzenliste mit Stückzahlen, einen maßstäblichen Pflanzplan, einen Blühkalender über das Jahr und eine Pflegeanleitung Monat für Monat. Die Skizze ist kostenlos — der vollständige Plan kostet einmalig 99 €.

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Häufig gestellte Fragen zum Naturgarten

Was ist der Unterschied zwischen Naturgarten und Wildwuchs?
Ein Naturgarten ist geplant – mit Konzept, Pflanzenauswahl und gezielter Strukturierung. Wildwuchs ist ungeplant und führt oft zu Monokulturen invasiver Arten wie Brennnesseln, Giersch und Goldrute. Ein Naturgarten orientiert sich zwar an natürlichen Vorbildern, wird aber kuratiert.
Sind alle Wildblumen heimisch?
Nein, denn viele der als „Wildblumen” beliebten Pflanzen, wie Tagetes oder Cosmos, sind Neophyten aus Amerika. Wenn Sie einen echten Naturgarten anlegen möchten, orientieren Sie sich am besten an heimischen Arten: Dazu gehören zum Beispiel Wilder Lauch, Wiesensalbei, Wiesenknopf, Skabiose, Witwenblume und Wiesenraute.
Brauche ich ökologische Beratung für einen Naturgarten?
Es ist hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Lokale NABU-Gruppen, Naturschutzbünde und der Naturgarten e. V. bieten kostenlose Beratung an. Bei Gartenzen integrieren wir auf Wunsch standardmäßig eine naturnahe Pflanzauswahl in jeden Bepflanzungsplan.
Kann ich auch eine Rasenwiese als Naturgarten haben?
Eine Blumenwiese statt eines Standardrasens ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen. Der Rasen sollte nur ein- bis zweimal pro Jahr (Juli und Oktober) gemäht werden. Es sollte kein Dünger verwendet werden und der Boden sollte vorbereitend abgemagert werden (mit Sand). Das Ergebnis sind 30–50 Wildblumenarten in drei Jahren.
Welche heimischen Bäume eignen sich für einen Naturgarten?
Zu den geeigneten Arten zählen Vogelbeere, Schlehe, Weißdorn, Felsenbirne (Amelanchier), Hainbuche, Stieleiche und Winterlinde. Bei einem kleineren Garten eignen sich Salweide oder Holzapfel. Vermeiden Sie reine Zierbäume wie Magnolie oder Acer japonicum.
Fachwissen pro Pflanze

Pflanzen für Naturgarten

Klicken Sie auf eine Pflanze für den vollständigen Fachwissen-Ratgeber — Sorten, Rückschnitt, Kombinationen.

Sonnenhut
Empfohlen
Sonnenhut
Echinacea purpurea
Sonnenhut — Nektarquelle für Schmetterlinge, prärietypisch.
Wasserdost
Empfohlen
Wasserdost
Eupatorium maculatum
Wasserdost — Großstaude für späte Insekten, robust.
Schafgarbe
Empfohlen
Schafgarbe
Achillea millefolium
Wilde Schafgarbe — heimisch, Bienenmagnet.
Wiesenknopf
Empfohlen
Wiesenknopf
Sanguisorba officinalis
Wiesenknopf — feuchte Wiesenstaude, sommerblühend.
Witwenblume
Empfohlen
Witwenblume
Knautia macedonica
Witwenblume — purpurrote Wiesenpunkte, langlebig.
Eisenkraut
Empfohlen
Eisenkraut
Verbena bonariensis
Hohes Eisenkraut — luftig, lange Sommer- bis Herbstblüte, Bienenanziehung.
Herbstaster
Empfohlen
Herbstaster
Aster ericoides
Heideastrige Aster — wolkige Herbstblüte für späte Insekten.
Salbei
Empfohlen
Salbei
Salvia pratensis
Wiesensalbei — heimische Wildart, frühsommerblühend.
Indianernessel
Empfohlen
Indianernessel
Monarda fistulosa
Wilde Indianernessel — Bienen- und Hummelmagnet.
Zierlauch
Empfohlen
Zierlauch
Allium senescens
Wilder Lauch — heimisch, kompakt, frühherbstblühend.
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Welche Hecke passt zu einem Naturgarten?

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