Steingarten
Stilratgeber · Steingarten

Gestalten Sie Steingarten

Felsen, Schotter und Alpenpflanzen – die karge Schönheit der Höhenlagen.

Was ist ein Steingarten?

Der Steingarten ist ein spezialisierter Gartentyp, der die karge Schönheit der alpinen Hochlagen ins Tal bringt. Pioniere wie Reginald Farrer in England (1880er Jahre) und der Botanische Garten München mit seinem berühmten Alpinum prägten den modernen Steingarten – eine Mischung aus strukturierten Felsblöcken, Schotterflächen, Trockenmauern und einer speziellen, hoch angepassten Pflanzenpalette aus Sukkulenten, Bodendeckern und Polsterpflanzen.Im sich erwärmenden deutschen Klima wird der Steingarten zunehmend relevant. Sukkulenten wie Sempervivum (Hauswurz) und Sedum (Fetthenne) sind extreme Trockenheitsspezialisten – sie speichern Wasser in den Blättern und überleben Dürren, die andere Gartenpflanzen vernichten würden.

Plus: Steingärten brauchen nahezu keine Pflege – kein Mähen, fast keine Bewässerung, keine Düngung. Der Steingarten ist nicht der „Schottergarten“ – verwechseln Sie das nicht. Schottergärten sind monotone Kiesflächen ohne Pflanzen, die ökologisch und ästhetisch wertlos sind (in mehreren Bundesländern inzwischen verboten).

Ein echter Steingarten kombiniert Steinstrukturen mit ausgewählten Spezialpflanzen – er ist artenreich, lebendig und ein Mikro-Ökosystem.

Die Grundprinzipien

Sechs Prinzipien machen einen Garten wirklich zu einem Steingarten — nicht nur eine Anleihe, sondern ein durchdachtes Ganzes:

Pflanzen, die zu einem Steingarten passen

Zehn typische Stauden, Gräser und Gehölze, die diesen Stil tragen. Klicken Sie auf jeden Namen für die vollständige Pflegeanleitung — Sorten, Bodenansprüche, Schnitt, Kombinationen und die häufigsten Fehler.

Stauden

Ziergräser

Stengellose Fetthenne — silbergrau, ausläuferbildend.
Sand-Thymian — Bodendecker zwischen Steinen.
Alpen-Akelei — heimisches Alpenelement.
Blau-Schwingel — silberblauer Polsterbildner.
Lavendel — passt zu Steingarten-Drainage.
Berg-Lauch — blüht spät, kompakt.
Silbergarbe — alpine Polsterstaude.
Scharfe Fetthenne — gelb blühend, Bodendecker.
Federgras — passt visuell zu Steinen.
Sonnenröschen — alpine Sonnenliebhaber.

Materialien und Struktur

Pflanzen sind nur die halbe Geschichte. Wege, Beetkanten, Hecken und Möbel bestimmen mindestens genauso stark, ob ein Garten seinen Stil überzeugend trägt. Für einem Steingarten gelten folgende Regeln:

Felsblöcke: Naturstein in unregelmäßiger Form, mindestens 30–50 cm Durchmesser. Granit, Kalkstein oder Sandstein passen zu Klima und Pflanzen. Tiefer eingegraben (Drittel im Boden) für natürlichen Look.

Wege & Flächen: Splitt (3–8 mm Korn), heller Schotter, geschliffene Trittsteine. Vermeiden Sie Hochglanz-Materialien.

Trockenmauer: Naturstein ohne Mörtel, in Schichten gesetzt. Bietet Lebensraum für Eidechsen und Bienen.

Drainageschicht: 30 cm Splitt unter dem Pflanzboden. Diese Investition ist nicht optional — ohne Drainage faulen die meisten Steingarten-Pflanzen.

Für wen passt ein Steingarten?

Er funktioniert in allen deutschen Klimazonen. Sie ist besonders attraktiv in Lagen mit schwierigem Boden (felsiger Untergrund, südliche Hanglagen) oder in trockenen Regionen wie Brandenburg oder Sachsen-Anhalt, in denen herkömmliche Gärten leiden.

Klimaregionen in Deutschland

Deutschland umfasst sehr unterschiedliche Klimaregionen — vom milden Rheingraben und der Kölner Bucht (Winterhärtezone 8a) bis zu den rauen Mittelgebirgs- und Alpenrandlagen (Zone 6b–7a). Nordwestlich dominieren atlantische Einflüsse mit milden Wintern und feuchten Sommern, im Osten und Südosten wird das Klima kontinentaler mit trockeneren Sommern und strengeren Wintern.

Bei Gartenzen berücksichtigen wir Ihre konkrete Postleitzahl, die amtlichen BGR-Bodendaten und den Sonnenstand auf Ihrem Grundstück. So passen die Pflanzenempfehlungen nicht nur zum Stil, sondern auch zu Ihrem Standort.

Ein Bepflanzungsplan im Steingarten-Stil

Ein Gartenstil funktioniert nur, wenn Grundprinzipien, Pflanzenauswahl und Materialien zusammenpassen — und wenn alles zum Boden, zur Sonne und zur Größe Ihres Beetes passt. Genau daran arbeiten wir bei Gartenzen: Sie erhalten einen persönlichen Bepflanzungsplan im Steingarten-Stil, zusammengestellt von einem diplomierten Landschaftsgärtner.

Der Plan enthält eine Pflanzenliste mit Stückzahlen, einen maßstäblichen Pflanzplan, einen Blühkalender über das Jahr und eine Pflegeanleitung Monat für Monat. Die Skizze ist kostenlos — der vollständige Plan kostet einmalig 99 €.

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Häufig gestellte Fragen zum Steingarten

Was unterscheidet Steingarten von Schottergarten?
Steingarten: Felsen und spezialisierte Pflanzen, die ein lebendiges Ökosystem bilden. Schottergarten: nur Kies, keine Pflanzen, ökologisch wertlos. In mehreren Bundesländern (Baden-Württemberg, NRW) sind Schottergärten inzwischen verboten. Ein gut angelegter Steingarten ist artenreich, ein Schottergarten hingegen ist eine Wüste.
Brauche ich besondere Erde für einen Steingarten?
Ja, es muss ein spezialisiertes mineralisches Substrat verwendet werden, das zu 50 % aus Splitt, zu 30 % aus Sand und zu 20 % aus Kompost besteht. Darunter muss eine 30 cm hohe Splitt-Drainage angelegt werden. Niemals normale Gartenerde, da diese zu schwer ist und zu Wurzelfäule bei Alpenpflanzen führt.
Wie pflegeleicht ist ein Steingarten?
Sehr! Nach der Anlage (in den ersten ein bis zwei Jahren ist gelegentliche Bewässerung erforderlich) braucht der Steingarten praktisch keine Pflege. Es ist kein Mähen, Schneiden oder Düngen notwendig und durch den Splitt-Mulch wird das Unkrautwachstum unterdrückt. Für ein mittelgroßes Beet sind 2–3 Stunden Pflege pro Jahr ausreichend.
Welche Felsen kaufe ich?
Am besten eignet sich lokaler Naturstein – bei der Anlieferung sehen Sie, was es regional gibt. Granit, Kalkstein, Sandstein und Quarzit eignen sich gut. Wichtig sind unregelmäßige Formen, keine geschnittenen Steine. Pro Quadratmeter Steingartenfläche benötigen Sie 50–100 kg Steinmaterial.
Funktioniert ein Steingarten auch im Halbschatten?
Eingeschränkt. Klassische Sonnenliebhaber wie Sempervivum, Sedum und Festuca glauca brauchen volle Sonne. Im Halbschatten gedeihen: Saxifraga, Aubrieta, Iberis sempervirens und Cymbalaria muralis. Allerdings wirkt die typische Steingarten-Ästhetik im Schatten weniger spektakulär.
Fachwissen pro Pflanze

Pflanzen für Steingarten

Klicken Sie auf eine Pflanze für den vollständigen Fachwissen-Ratgeber — Sorten, Rückschnitt, Kombinationen.

Fetthenne
Empfohlen
Fetthenne
Sedum spathulifolium
Stengellose Fetthenne — silbergrau, ausläuferbildend.
Thymian
Empfohlen
Thymian
Thymus serpyllum
Sand-Thymian — Bodendecker zwischen Steinen.
Akelei
Empfohlen
Akelei
Aquilegia alpina
Alpen-Akelei — heimisches Alpenelement.
Schwingel
Empfohlen
Schwingel
Festuca glauca
Blau-Schwingel — silberblauer Polsterbildner.
Lavendel
Empfohlen
Lavendel
Lavandula angustifolia
Lavendel — passt zu Steingarten-Drainage.
Zierlauch
Empfohlen
Zierlauch
Allium senescens
Berg-Lauch — blüht spät, kompakt.
Schafgarbe
Empfohlen
Schafgarbe
Achillea ageratifolia
Silbergarbe — alpine Polsterstaude.
Fetthenne
Empfohlen
Fetthenne
Sedum acre
Scharfe Fetthenne — gelb blühend, Bodendecker.
Federgras
Empfohlen
Federgras
Stipa tenuissima
Federgras — passt visuell zu Steinen.
Sonnenbraut
Empfohlen
Sonnenbraut
Helianthemum nummularium
Sonnenröschen — alpine Sonnenliebhaber.
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Welche Hecke passt zu einem Steingarten?

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